© MEDIAG Messe-Dienst AG 2010 Inro: Das Ding an der Hüfte des Mannes Was heute die Luxusuhr am Handgelenk des Mannes ist, war in der traditionellen japanischen  Gesellschaft das Inro am Gürtel: ein kleines Döschen, das weniger durch seinen Inhalt als  durch seine Form Aufsehen erregte. Da das traditionelle japanische Gewand keinerlei Taschen  vorsieht, wurde das Inro zum Schmuckstück des Mannes. Zusammen mit weiteren Accessoires  wie Rauchutensilien, Geldbörse oder Schreibzeug befestigte man das Inro am Obi, dem um den  Körper geschlungenen Stoffgürtel. Diese in mehrere Fächer aufgeteilten Kästchen oder  Döschen werden durch eine geflochtene Seidenschnur zusammengehalten. Die Schnurenden  sind mit einem Gegengewicht, dem Netsuke verknotet, so dass die Schnur hinter dem Gürtel  durchgeschoben werden kann und das Inro nicht herunterfällt. Aus den verschiedensten  Materialien hergestellt, sind jedoch die meisten  Inro als Lackarbeiten anzusprechen, wobei  der Lack sowohl geschnitzt als auch mit Gold- und Silberstaub, mit Perlmutt und Elfenbein  belegt oder farbig bemalt sein kann.   Dargestellt sind auf den Inro Landschaften, Tieren, Pflanzen, schöne Frauen und Gedichte,  dann auch Szenen des Theaters oder aus der Volkskultur. Die 55 Inro aus der schweizerischen  Privatsammlung sind zumeist mit den zugehörigen Netsuke versehen. Die Sonderausstellung  an der 36. Weihnachts-Sammler-Börse ist eine einmalige Gelegenheit diese schweizerische  Sammlung von musealer Qualität zu besichtigen.    Inro mit Netsuke aus Schwarzlack mit der Darstellung eines Wildpferdes mit goldener Mähne und Schweif, 19. Jahrhundert Beutel Inro Geisha in rotem Kimono, 19. Jahrhundert Inro und Netsuke aus geschnitztem Rotlack, Darstellung mit spielenden Kindern, 19. Jahrhundert Keramik Inro mir Perlmutteinlagen, 18. Jahrhundert Mount Fuji Goldlack Inro Princess Inro mit Familienwappen und Chrysanthemen, 19./20. Jahrhundert