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Inro: Das Ding an der Hüfte des Mannes
Was heute die Luxusuhr am Handgelenk des Mannes ist, war in der traditionellen japanischen
Gesellschaft das Inro am Gürtel: ein kleines Döschen, das weniger durch seinen Inhalt als
durch seine Form Aufsehen erregte. Da das traditionelle japanische Gewand keinerlei Taschen
vorsieht, wurde das Inro zum Schmuckstück des Mannes. Zusammen mit weiteren Accessoires
wie Rauchutensilien, Geldbörse oder Schreibzeug befestigte man das Inro am Obi, dem um den
Körper geschlungenen Stoffgürtel. Diese in mehrere Fächer aufgeteilten Kästchen oder
Döschen werden durch eine geflochtene Seidenschnur zusammengehalten. Die Schnurenden
sind mit einem Gegengewicht, dem Netsuke verknotet, so dass die Schnur hinter dem Gürtel
durchgeschoben werden kann und das Inro nicht herunterfällt. Aus den verschiedensten
Materialien hergestellt, sind jedoch die meisten Inro als Lackarbeiten anzusprechen, wobei
der Lack sowohl geschnitzt als auch mit Gold- und Silberstaub, mit Perlmutt und Elfenbein
belegt oder farbig bemalt sein kann.
Dargestellt sind auf den Inro Landschaften, Tieren, Pflanzen, schöne Frauen und Gedichte,
dann auch Szenen des Theaters oder aus der Volkskultur. Die 55 Inro aus der schweizerischen
Privatsammlung sind zumeist mit den zugehörigen Netsuke versehen. Die Sonderausstellung
an der 36. Weihnachts-Sammler-Börse ist eine einmalige Gelegenheit diese schweizerische
Sammlung von musealer Qualität zu besichtigen.